Podiumsdiskussion zum Thema „Die Spaltung der Vereinigungsbewegung“

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Am 9. Juni 2017 fand eine privat organisierte Podiumsdiskussion im Hotel am Ludwigsplatz in Gießen statt, bei der die aktuelle Spaltung der Vereinigungsbewegung thematisiert wurde. Organisiert wurde die Veranstaltung durch eine Handvoll Gießener Geschwister, wobei bereits in der Planung alle drei„Fraktionen“ vertreten waren. Auf dem Programm standen drei 15-minütige Kurzvorträge durch jeweilige Vertreter der einzelnen Gruppen gefolgt von einer Frage- und Diskussionsrunde, moderiert von Jonathan Makkonen.

Bericht Podiumsdiskussion

Christian Seeburger, Vertreter der Sanctuary Church, betonte, dass im Fokus der SC die Loyalität zum Wahren Vater und seinem Erbe stehe. Hyung Jin Sean Moon sei von den Wahren Eltern zu drei verschiedenen Anlässen als Nachfolger auserwählt und mit Vaters Krone gekrönt worden, was ein Fakt sei, der nicht ignoriert werden könne. Die derzeitige Trennung sei somit aus ihrer Sicht durch die mangelnde Einheit von Vater und Mutter entstanden. Der Konflikt sei dabei jedoch zu 100% theologischer Natur. Würde Mutter ihre Aussagen bezüglich ihrer Sündenlosigkeit revidieren, ihre neuen Textbücher zurücknehmen und Hyung Jin Sean Moon als Nachfolger anerkennen, könnte der Konflikt schnell gelöst sein. Eine Hoffnung darin sehe die SC mittlerweile jedoch nicht mehr, aus ihrer Sicht sei ein Putsch gegen Hyung Jin Sean Moon erfolgt. Die SC fokussiere sich daher auf die Autorität des „2nd Kings“ Hyung Jin Sean Moon und seine Familie und versuche, diese Wahrheit zu verbreiten und Vaters ursprüngliche Lehre und Tradition so aufrecht zu erhalten.

Mark Bramwell, Vertreter der Family Peace Association, betonte, dass sich alle Einheit in der Wahren Familie wünschen, man sich dazu aber über die eigene Rolle bewusst werden müsse. Auch die FPA sehe den Kern der Familie zunächst durch ein Paar verkörpert, stellt jedoch auch die Frage, ob die Wahren Eltern bis zum Ende vereinigt waren. Mitglieder hätten außerdem eine Mitverantwortung, da sie Teil der erweiterten Wahren Familie sind. Es wäre nicht damit getan, sich aus dem Konflikt gänzlich rauszuhalten. „Königliche Herrschaft“ bedeutet aus Sicht der FPA durch Liebe, Verdienst und selbstlose Werke für den Frieden eine natürliche Autorität zu erlangen. Wahre Stärke sei geistige Stärke. Betont wurde zudem, dass auch die Wahren Eltern Fehler begehen können. So sei Hyung Jin Seans Ernennung zum Nachfolger eine falsche Entscheidung gewesen, der wahre Putsch sei bereits 2008 gegen Hyun Jin Preston Moon erfolgt, dessen Leben ein beispielhafter Kurs sei.

Rita Seewald, Vertreterin der Familienföderation, betonte zunächst die Gemeinsamkeit aller Mitglieder der 1. Generation: Sie seien alle dem Messias gefolgt. Grund für die Spaltung sei ein unterschiedliches Messias-Verständnis. Aus Sicht der Familienföderation seien die Wahren Eltern Messias, die uns durch die Segnung alle zu wahren Söhnen und Töchtern Gottes wiederherstellen. Zeichen für die Einheit der Wahren Eltern sei die Proklamation des kosmischen Sieges der Wahren Eltern (1999) gewesen. Ein Zurückstufen der Wahren Mutter sei demnach gleichzeitig ein Zurückstufen des Wahren Vaters, was ihn in die Position von Jesus versetzen würde, der sein Werk nicht erfüllen konnte. Die Wahre Mutter sei zudem Ausdruck des weiblichen Teils Gottes, was seit Jesu Zeiten der Heilige Geist war. Die aktuelle Problematik sei außerdem nicht rein theologisch bedingt: Dass die Wahren Kinder und zum Teil auch die ältere zweite Generation quasi ohne eigene Eltern aufwachsen mussten sei nicht zu vernachlässigen.

In der anschließenden Diskussion wurden vor allem die Themen Waffennutzung und Kommunikationskultur in der Sanctuary Church, der Vermögenskonflikt zwischen FPA und Familyfed sowie theologische Unklarheiten seitens der Familienföderation kritisch hinterfragt und debattiert.

Zusammenfassend konnte festgehalten werden, dass es einigen Teilnehmern gut tat, im Dialog zustehen, selbst wenn die Ausbeute an konkreten Lösungsansätzen zur Überwindung der Spaltung mager ausfiel. Es wurde auch deutlich, dass bei möglichen Folge-Events themenspezifischer vorgegangen werden müsste, um eine tiefere Auseinandersetzung zu ermöglichen. Erfreulich war, dass der absolute Großteil des Dialogs trotz inhaltlich zu erwartender großer Diskrepanzen von respektvollem Umgang geprägt war und im Anschluss eine angeregte, positive Atmosphäre herrschte.

Bericht Podiumsdiskussion2

Zusätzlicher Kommentar des Moderators:

Als Moderator des Abends und Teil des Organisationsteams erkläre ich mich bereit, Anregungen, Kritik und Ideen zum Thema „Spaltung“ oder besser gesagt „Hoffnung auf Einheit“ zu sammeln, sowohl von Teilnehmern dieser ersten Podiumsdiskussion als auch von Mitgliedern, die bei diesem Event nicht anwesend waren.

Ich möchte abschließend betonen, dass ich weiß, dass nicht jeder den Sinn in diesem Dialog sieht und dass das auch okay ist. Andere wiederum sehen vielleicht Sinn, haben aber vielleicht keine Lust, keine Kraft, keine Nerven oder fühlen sich nicht berufen sich in diesem Bereich einzusetzen. Auch das ist okay. Ich wurde jedoch in letzter Zeit sowohl vor der Planung des Events als auch nach Bekanntgabe von so vielen Leuten kontaktiert, dass das Interesse und der Bedarf an Austausch für mich außer Frage standen. All diese Positionen sollten wir aus meiner Sicht respektieren.

Den Dialog-Interessierten möchte ich an dieser Stelle zusätzlich mit auf den Weg geben, dass ich denke, dass sich dieser interne Dialog zu etwas Wertvollem entwickeln könnte und dass das Ringen um die Wahrheit immer wichtig bleiben wird, wenn es auf respektvolle Weise passiert und die Motivation dahinter wirkliche Dialogbereitschaft und nicht nur Eigendarstellung und Werbung für die jeweilige Organisation ist. Gleichermaßen muss uns aber bewusst sein, dass unsere Stammesmessias-
Mission aller höchste Priorität behalten muss. Wenn wir uns als Bewegung nur um uns selbst drehen und bei der Diskussion um die Wahrheit kein Output für die Gesellschaft erzielt wird, haben wir Gott und die Prinzipien massiv falsch verstanden. Das Fatalste, was wir aus meiner Sicht je tun können, ist, die Schätze in unserer Bewegung und in unseren göttlichen Prinzipien für uns zu behalten. Wahre Liebe ist nur dann wahr, wenn wir das Herz haben, jeden Tag unseres Lebens zu nutzen, um sie mit der Welt zu teilen, egal, ob wir Gottes Herz schon zu 100% verstanden haben oder nicht. Denn durch

Worte allein wird uns dies ohnehin nicht gelingen. Am Ende verstehen wir Gottes Herz am tiefsten durch unsere Taten.

Ich danke allen, die die Veranstaltung möglich gemacht haben und freue mich wie erwähnt auf konstruktives Feedback.

Jonathan Makkonen

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